„Die Mehrheit der Eltern ist einverstanden!“ 
Präsenzunterricht mit Test und Maske: Die Mehrheit der Eltern ist einverstanden! Elternvertretung Kärnten begrüßt Schritte in Richtung eines geregelten Schulalltags. Zeigt jedoch kein Verständnis für angedrohte Anzeigen, die Erziehungsberechtigte an Lehrpersonal richten.

Endlich wieder Präsenzunterricht! Ab kommender Woche öffnen Kärntens Schulen wieder für einen geregelteren Unterricht. Wenn auch mit verpflichtenden Tests und dem Tragen von Masken als Vorschrift. „Die Mehrheit der Eltern sind mit diesen Vorgaben jedoch einverstanden“, betonen die beiden Präsidenten der Elternvereine Kärntens, Gertrud Kalles-Walter und Werner Rainer. Es ist zu begrüßen, dass der regelmäßige Alltag mit Unterricht und Sozialkontakten unter der Berücksichtigung aller Maßnahmen wieder einen wichtigen Stellenwert bekommt. Das Zusammenspiel aller Schulpartner mitsamt dem wertvollen Vorort-Unterricht von PädagogInnen trägt seinen Teil dazu bei. „Zwei Schnelltest pro Woche und das Tragen einer Maske sollte es uns daher wert sein“, so der Tenor. Zudem ist es auch zumutbar. Und: Viele Kinder sind bereits in einer emotionalen schwierigen Lage. Ohne Schulalltag laufen sie Gefahr, in einen Rückstand zu geraten. Sei es im direkten Umgang mit Freunden oder in dem Erwerb von Wissen „Es darf nicht sein, dass wir Kinder und Jugendliche verlieren!“

Absolut kein Verständnis zeigt die Elternvertretung Kärnten für angedrohte Anzeigen, die einige Erziehungsberechtigte gegen Schulen und Lehrpersonal richten. Lehrerinnen und Lehrer tun ihr bestes, unter den gegebenen Umständen kein leichtes Unterfangen. Mehr Zusammenhalt ist gefordert. „Es wäre schön, wenn der Eigensinn ein wenig hinten angestellt werden würde“, so Gertrud Kalles-Walter und Werner Rainer. Nur gemeinsam kommen wir durch diese Zeit.

Presseaussendung Klagenfurt, 11.02.2021

Plötzliche Maskenpflicht an allen Kärntner Schulen: Elternvertretung Kärnten zeigt kein Verständnis für entkoppelte Maßnahmen und fordert Beibehaltung der bestehenden Richtlinien

Freitag Nachmittag hat die Regierung beschlossen, die für Schulen gültigen Covid-19 Regelungen umzuwerfen. Trotz der Ampelfarben ist von einem Tag auf den anderen grün wie gelb zu handhaben. Somit müssen ab Montag alle SchülerInnen mit Maske in die Schule, obwohl das Bundesland laut Ampel ein geringes Risiko für eine Ansteckung aufweist. Unter Kärntens Eltern und Schulpartnern herrscht Unsicherheit. Wird es morgen erneut anders sein? Unverständnis auch bei den Elternvertretern von Kärnten, Gertrud Kalles-Walter und Werner Rainer: „Wir haben großen Respekt vor dieser Erkrankung, jedoch hat Kärnten nur wenige Corona Infizierte. Durch diese entkoppelte Maßnahme befürchten wir eine Überforderung und unübersichtliches Chaos zu Schulbeginn in dieser ohnehin schon angespannten Anfangszeit.“ Bis zwei Tage vor Ferienende sind Eltern nämlich davon ausgegangen, dass ihre Kinder ohne Maske in die Schule können und Erstklassler von ihren Eltern in die Schule begleitet werden können, so der Tenor. Über das Wochenende ist nun alles anders, für Eltern ein schwieriges Unterfangen.

„Wir als Elternvertreter fordern die Bundesregierung auf, ihre einmal ausgearbeiteten Richtlinien beizubehalten und die Entscheidung über die Ampelfarbe dem jeweiligen Bundesland zu überlassen“, so Gertrud Kalles-Walter und Werner Rainer. Einen zuverlässigen und übersichtlichen Leitfaden zu garantieren, auf den sich die Schulpartner verlassen und einstellen können.

Klagenfurt, 12.09.2020


Leserbrief zur neuen Oberstufe (Aufwecker KLZ 2.2.2020)

Scheinbar hat die Verschiebung der Einführung der Neuen Oberstufe (NOST) wohl seinen Grund. Oder wird sie etwa gar nicht umgesetzt? Zu bedenken ist, dass der zu vermittelnde Stoff in jedem Fall der gleiche bleibt. Lediglich die Aufteilung der Semester ist neu. Es mag sein, dass der Druck von den SchülerInnen genommen wird. Schließlich besteht die Möglichkeit, drei Mal eine negative Note auszubessern oder diese bis zur Matura „mitzunehmen“ und erst dann für eine Korrektur zu sorgen. Nur mit positiven Noten darf angetreten werden. In Zeiten von zu wenig Ressourcen jedoch eine große Hürde. Notwendige Förderungen sind hierbei wohl ein Wunschdenken. Vorwissenschaftliche Arbeit schreiben, Vorbereiten auf die Matura, Vorbereiten auf Aufnahmetest an der Uni und kurz vor der Matura einen oder mehrere „Fleck“ ausbessern, muten wir den Jugendlichen nicht zu viel zu? Ganz ehrlich, vielmehr besteht die Gefahr, dass viele Jugendliche am Ende ohne Schulabschluss da stehen werden.

Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin Landesverband Elternvereine Kärnten
Bereich AHS/BMHS

Leserbrief zu Publikationen von Frau Wiesinger

Die Publikationen der Ombudsfrau für Wertefragen im Bildungsministerium polarisieren, so der Tenor in der Medienlandschaft, das steht außer Frage. Einerseits die Offenlegung von  inneren Abläufen, auf der anderen Seite wird auch das Verbesserungspotenzial im Schul- und Schulorganisationsbereich angesprochen.

Grundsätzlich war es ein mutiger Schritt von Minister Dr. Fassmann, eine solche Ombudsstelle einzurichten und zu besetzen. Wenn Ergebnisse und Erkenntnisse jetzt mitunter unangenehm sind, ist dies der Natur der Sache geschuldet. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Kritikfähigkeit nicht zu den stärksten Eigenschaften der österreichischen Mentalität zählt. Wohl aber das Wissen um die fraktionelle Zugehörigkeit. Dazu sei gesagt, dass es unpolitische Ministerien nur in der Theorie gibt. So ehrlich müssen wir uns sein. Es gibt eine Vielzahl von Zielen, auch Reihenfolgen können sich verschieben. Politische Ambitionen sollen dabei jedoch nicht über der notwendigen Entwicklung von Bildungsstätten und Bildungsorganisationen stehen. Es ist bedauerlich, dass solche Überlagerungen passieren. Eine Richtigstellung wäre zu bedenken.

Der Schritt, mögliche Kontrollstellen zu umgehen ist irritierend, aber zugleich verständlich und couragiert. Wenn sich der Inhalt des Ombudsberichtes als überparteilich erweist, ist auch dem Entschluss der Veröffentlichung Respekt zu zollen. Letztlich muss die Entwicklung der SchülerInnen mitsamt den Schulen im Vordergrund stehen – dazu zählt auch dringend notwendiges Supportpersonal in Form von Schulsozialarbeitern und Psychologen. Die Verwaltung und Bürokratie selbst wird dazu immer nur ein Werkzeug bleiben.
Wir laden Minister Dr. Fassmann und Susanne Wiesinger gerne nach Kärnten ein, um den Dialog mit verantwortungsvollen Eltern, Lehrern und Schülern zu führen!

Landesverband der Elternvereine Kärnten
Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin Bereich AHS/ BMHS

Werner Rainer
Präsident Bereich Pflichtschule

Klagenfurt 31.01.2020

Leserbrief, Kleine Zeitung 12.05.2019
Zu Gewalt in Schulen

Spucken, Handgreiflichkeiten und Beschimpfungen. Szenen wie jene an der HTL Ottakring zeigen einmal mehr, mit welchen Extremen Schulen heute umgehen müssen. Es sind vermeintliche Einzelfälle, die sich jedoch häufen. Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter sind dringend flächendeckend notwendig. Zu reagieren wenn etwas passiert, ist schlicht zu wenig. Neue Medien, Mobbing, die rasende Verbreitung von Geschehnissen, schnell ist das Leben eines Menschen dauerhaft geschädigt. Es steht außer Zweifel, dass Erziehung, Regeln und Werte an erster Stelle im Elternhaus stattfinden müssen. Gleiches gilt für den zwischenmenschlichen Umgang. Die Familienstrukturen haben sich aber spürbar verändert und die Neuen Medien sind ein gewichtiger Teil davon. Schon im Kleinkindalter sind Unterstützung sowie vertrauliche Anlaufstellen für Eltern unausweichlich. Hilfe und Beistand anzunehmen, muss selbstverständlich sein. Hier ist auch die Gesellschaft gefordert. Prävention kostet, das steht fest. Therapien und Gefängnisse kosten allerdings deutlich mehr. Standpunkte, die zu denken geben sollten.

Gertrud Kalles-Walter, Werner Rainer
Präsidenten Elternvereine Kärnten

Leserbrief, Kleine Zeitung vom 04.02.2019

Das Thema „Ferien“ wird die Gemüter wohl weiterhin erregen. In dieser Diskussion allen Recht tun wird wohl auch in Zukunft ein Ding der Unmöglichkeit sein. Einheitliche Ferien werden für Eltern mit  Kindern an verschiedenen Schulen zwar eine Erleichterung sein, das Betreuungsproblem bleibt aber. Ob Herbstferien pädagogisch sinnvoll sind, ist  zu bezweifeln. Die tatsächlichen Probleme an der Schule wie fehlendes Unterstützungspersonal zum Beispiel durch  Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter, Begabungsförderung, sowie Zeit zum Üben und Vertiefen  werden damit wohl nicht gelöst werden.

Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin Elternvereine Kärnten Bereich AHS/BMHS

Positionen

Der Landesverband ist Sprachrohr der Eltern und nimmt zu Themen Stellung.

Diskutieren Sie mit!

Positionspapiere:


Leserbrief, Kleine Zeitung vom 02.09.2018

Kaum nähert sich der Schulbeginn, wird einmal mehr von den Testungen gesprochen. Gratis Tablets werden von der Regierung in Aussicht gestellt. Schneiden unsere Kinder deshalb aber wirklich besser bei Pisa und Co. ab, wenn sie diese Geräte verwenden? Ich gebe zu bedenken, ohne grundlegende Kenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen wird sich kaum eine Besserung einstellen. Die Nutzung mitsamt Umgang Neuer Medien ist wichtig, das steht außer Frage. Wäre es nicht sinnvoller, das Geld in die Verbesserung der vorhandenen, teilweise veralteten Computerräumen an den Schulen sowie Ausbildung der PädagogenInnen zu investieren? Ein gratis Tablet klingt im ersten Moment sehr interessant, jedoch bitte erst nach der Volksschule und auch bedenken, wer die Folgekosten (Apps, Wartung etc.) bezahlen wird? Bestimmt die Eltern, oder?

Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin Elternvereine Kärnten 
Bereich AHS/BMHS

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Bericht, Kleine Zeitung vom 22.11.2017

Bildung für die Vielfalt der Begabungen

PISA Ergebnisse mitsamt gegenseitigen Schuldzuweisungen bringen uns im Bildungsbereich nicht weiter. Was wir benötigen, sind gut ausgebildete Pädagogen/innen. Menschen, denen die Wissensvermittlung noch eine Herzensangelegenheit ist. Genügend Zeit und Ressourcen, die direkt im Klassenzimmer ankommen. Eine Förderung von Talenten und Leistungen, denn Leistungsbereitschaft darf etwas wert sein. Ferner eine respektvolle Feedbackkultur, wie sie auch in anderen Institutionen schon lange zur Selbstverständlichkeit gehört. Zugleich müssen ein differenziertes Schulsystem und die Wahlmöglichkeit, in welche Schule das eigene Kind geschickt wird, erhalten bleiben. Sollte nicht die Vielfalt der Bildungswege der Vielfalt menschlicher Begabungen und Interessen entsprechen? Dazu gehört auch eine Weiterentwicklung der Zentralmatura und Umwandlung dieser in eine teilzentrale Matura. Flexibilisierung der schulischen Tagesbetreuung ist den Eltern ebenfalls ein großes Anliegen. Augenblicklich wird hauptsächlich die verschränkte Ganztagsschule unterstützt. Der Großteil der Eltern benötigt jedoch flexible Betreuung mit variablen Abholzeiten. Hier geht man leider oft von den Bedürfnissen einer Großstadt aus und vergisst dabei, dass wir in Kärnten zu einem guten Teil andere Strukturen haben.

Die Familienstrukturen ändern sich, Migration stellt eine weitere wichtige Herausforderung dar. In Zukunft wird es notwendig sein Unterstützungspersonal (Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter, Coaches) flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Im Vergleich zu anderen Staaten ist Österreich in diesem Bereich sehr schlecht aufgestellt. So gibt es in Kärnten lediglich an 22 Schulen Schulsozialarbeiter/innen. Die Schule wird all das jedoch nicht allein bewältigen können. Nach wie vor ist es notwendig, dass die wichtigsten Regeln und Werte des zwischenmenschlichen Umgangs vom Elternhaus mitgegeben werden. Wir, die Eltern, müssen auch selbst Verantwortung übernehmen. Den Kindern Vorbild sein, ihnen Vertrauen und Verlässlichkeit zukommen lassen. Nicht alles kann und soll dem Staat übertragen werden.

Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin des Landesverbandes der Elternvereine Ktn. AHS/BMHS

Leserbrief, Kleine Zeitung vom 02.04.2017

Erneut bekomme ich den Eindruck, dass es sich die Schulaufsicht etwas zu einfach macht. Der Digitalisierung, den Eltern oder gar der Halbtagsschule das schlechte Abschneiden der Kärntner SchülerInnen bei der Standardüberprüfung in Lesen zuzuschreiben, ist natürlich ein Leichtes. Doch ist es nicht der Präsident des Landesschulrates, der einerseits die Digitalisierung  schon in der Volksschule forciert und jetzt unter anderem diese als Ursache des schlechten Ergebnisses sieht? Die Neuen Medien sind Teil unseres Lebens geworden, das steht fest. Der Umgang damit und der Hinweis auf die Gefahren ist wichtig. Es gilt natürlich auch als Elternteil, mit dem Nachwuchs zu üben und als Vorbild zu agieren. Aber gerade in der Volksschule muss das sinnerfassende Erlernen der Grundtechniken in Lesen, Schreiben und Rechnen Vorrang haben. Erfassen Kinder den Sinn, klappt es auch mit der digitalen Welt. Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es übrigens wesentlich weniger Akademiker unter den Eltern, aber der Großteil der SchülerInnen nach der 4. Schulstufe konnte trotzdem lesen, schreiben und rechnen.

Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin des Landesverbandes der Elternvereine Ktn. AHS/BMHS

Leserbrief, Kleine Zeitung vom 13.02.2017

zur Außensicht von Herrn Herbert Würschl, vom 10.02.2017 in der Kleinen Zeitung

Es scheint wieder einmal ein Leichtes zu sein, das mangelnde Gelingen der Bildungsreform den Schulpartnern zuzuschreiben. Wir sollten vielmehr dankbar sein, dass wir in einer Demokratie leben, in der alle gehört werden. Dies schließt auch Personengruppen ein, die anderer Meinung sind. Nicht immer sind diese angenehm, das ist klar. Unsere Schuldemokratie präsentiert sich jedoch seit 59 Jahren mit Erfolg. Es ist daher legitim, sich gegen eine Abschaffung zu wehren. Dies hat nichts mit wichtigtuenden Elternvertretern zu tun, sondern mit Demokratie und Wertschätzung. Nur gemeinsam werden wir eine Schule der Zukunft gestalten können, in der unsere Kinder zu wertvollen Persönlichkeiten heranwachsen.

Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin des Landesverbandes der Elternvereine Kärnten AHS/BMHS

Pressemitteilung des Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) 

Schulpartner fordern eine digitale Offensive mit Hand und Fuß
Wien, am 27. Jänner 2017

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) begrüßt die von Bildungsministerin Mag.a Dr.in Sonja Hammerschmid angekündigte Offensive im Bereich der digitalen Bildung und hält sie für sehr wichtig. Österreichs Schulwesen war Basis für Österreichs Aufstieg zu den wohlhabendsten Staaten der Welt. Österreichs Schulwesen soll dies auch in Zukunft sein.
Eine verbindliche Übung „Digitale Grundbildung“ im Ausmaß von 2 bis 4 Wochenstunden im Lauf der Sekundarstufe I, wie sie im Konzept der Bundesministerin für Bildung vorgesehen ist, erfordert zusätzliche Unterrichtszeit. Es kann und darf nicht sein, dass neuerlich die Schulen den Mangel verwalten müssen, indem sie „autonom“ bestehenden Unterrichtsgegenständen Stunden wegnehmen müssen.
In der Presseunterlage der Bildungsministerin vom 23. Jänner 2017 ist zu lesen:
„Das BMB hat in Kooperation mit dem BMVIT eine Breitbandoffensive für Pflichtschulen geplant. Details dazu werden im Februar 2017 vorgestellt.“
Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) geht davon aus, dass es sich hier um einen redaktionellen Fehler handelt, dass nämlich statt „Pflichtschulen“ „Schulen“ hätte stehen sollen. Dass an Bundesschulen, also an mittleren und höheren Schulen, die technischen Voraussetzungen für eine Digitalisierungsoffensive nicht geschaffen werden sollen, wäre so absurd, dass wir bis auf Weiteres an einen redaktionellen Fehler glauben wollen.

Rückfragehinweis:
Harald Zierfuß, Bundesschulsprecher, harald.zierfuss@bsv.at
Gernot Schreyer, Akad. FDL, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, gernot.schreyer@bundeselternverband.at
Mag. Roland Gangl, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, roland.gangl@goed.at
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, herbert.weiss@goed.at

Pressemitteilung des Bundesverband der Elternvereine
an mittleren und höheren Schulen Österreichs

Wünsche für 2017: Rettung der Schuldemokratie
Wien, 02. Jänner 2017

Die Absicht des Bildungsministeriums die Mitbestimmungsrechte der Eltern, Schüler und Lehrer zu Grabe zu tragen, zwingt Elternvertreter im Jahr 2017 sich vorerst auf die Rettung der Schuldemokratie zu konzentrieren. Wenn nämlich die Rechte der Schulpartner im Zuge des sogenannten Autonomiepaketes ersatzlos gestrichen werden, wird  es in naher Zukunft keine ehrenamtliche Elternvertretung mehr geben.

Unser vordringlichster Wunsch ist daher, der bedingungslose Erhalt und Ausbau der Mitsprache- und Mitbestimmungsrechte der Schulpartner an jedem einzelnen Schulstandort, sowie in den entsprechenden Gremien auf Landes- und Bundesebene.

BEV Präsident Gernot Schreyer: Nur wenn das sichergestellt ist, können wir im Sinne der Verantwortung für unsere Kinder und zu deren Wohle arbeiten. Durch das Zusammenwirken der Schulpartner vor Ort werden im Interesse der Schülerinnen und Schüler die Voraussetzungen für hohe Unterrichtsqualität gesichert. Die derzeit vorliegenden Gesetzesentwürfe stehen in krassem Gegensatz zu medialen Beschwichtigungsversuchen, lassen wir uns nicht in die Irre führen!

Der Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs vertritt die Interessen von ca. 650.000 Erziehungsberechtigten von rund 400.000 Schülern an über 1.180 Schulen in Österreich.

Leserbrief, Kleine Zeitung vom 13.12.2016

Der Pisa-Test und seine Ergebnisse. Einmal mehr geht die Suche nach Schuldigen los, mitsamt einer Forderung nach Ganztagsschulen. Das Angebot ist durchaus sinnvoll, wenn ich beispielsweise an Alleinerziehende denke. Die Ganztagsvariante ist aber keinesfalls ein Allheilmittel. Bildungswissenschaftler wie Stefan Hopman unterstützen diese Ansicht. Es gibt viele Elternteile, die freiwillig in Teilzeit gehen oder zu Hause bleiben, um freie Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Was die Eltern aber wirklich möchten, ist Wahlfreiheit und ein vielseitiges Angebot an Schulformen. Um eine Verbesserung in Lesen oder Mathematik zu erreichen, wird es daher ein Miteinander geben müssen. Eltern, die ihren Erziehungspflichten nachkommen und eine fordernde sowie fördernde Schule. Übrigens finde ich es interessant, dass Kreatives und Naturwissenschaften nicht im Pisa-Test abgefragt werden.

Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin des Landesverbandes der Elternvereine Kärnten AHS/BMHS

Leserbrief, Kleine Zeitung vom 11.03.2016

Der Vorfall zeigt, eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Es gilt zu bedenken, dass die Server das Herzstück einer jeden Schule sind. Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer, Klassenbucheintragungen bis hin zu den Noten, alle sensiblen Daten der Schüler sind darauf gespeichert. Daher stellt sich für mich die generelle Frage, wie es mit der Datensicherheit dieser Geräte an unseren Schulen aussieht, wenn es einige geschickte Schüler schaffen, diese lahmzulegen?

 

Gertrud Kalles-Walter
Präsidentin des Landesverbandes der Elternvereine Kärnten AHS/BMHS

Leserbrief zum Debattenbeitrag von Herrn Huemer, Kleine Zeitung vom 27.10.2015

Ein strukturierter Nachmittagsunterricht und gut ausgestattete Nachmittagsbetreuungen sind für berufstätige Eltern unentbehrlich, dem kann ich nur beipflichten. Ich bezweifle jedoch, dass diese Bestandteile ausschlaggebend für einen Kinderzuwachs in Österreich sind. Menschen werden sich meiner Ansicht nach erst dann wieder bewusst für Nachwuchs entscheiden, wenn finanzielle Erleichterungen geschaffen werden. Zumindest für einen Elternteil muss es möglich sein, in den ersten Jahren des Kindes zu Hause zu sein. Erwiesenermaßen die wichtigste Zeit in der Entwicklung. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Eltern möchten schlicht eine Wahlfreiheit, wo und wie sie ihre Kinder betreut haben wollen.

Gertrud Kalles-Walter
Präs. Landesv. d. Elternv. Ktn. AHS/BMHS

"Gewalt an Schulen"

Mobbing, Verletzungen, Bisswunden. Der Vorfall jenes achtjährigen Schülers, der gegenüber Mitschülern handgreiflich geworden sein soll, bringt einmal mehr die Brisanz in die Gewaltdebatte an Schulen. Gewalt ist ein alltäglicher Begleiter geworden, wie es scheint. Als Elternvertreter ist es uns natürlich bewusst, dass sich die Zeiten und Familienstrukturen geändert haben. Das Elternhaus ist nach wie vor dafür verantwortlich, dass die Erziehung mitsamt Regeln und Werten des zwischenmenschlichen Umgangs mit auf den Weg gegeben wird. Wie dringend wäre aber ein Unterstützungspersonal, das den Schulen helfend unter die Arme greift! SchulsozialarbeiterInnen, Schulpsychologen und Coaches, hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf. Folgender Vorschlag: "Soziales Lernen" als verpflichtende Unterrichtsstunde pro Woche! Der richtige Umgang mit seinen Mitmenschen, Soziale Medien, so vieles könnte mit einem derartigen Fach vermittelt werden. Hier sind die Verantwortlichen aus Politik und Schulverwaltung gefordert, so rasch wie möglich zu handeln.

Gertrud Kalles-Walter
Präs. Landesv. d. Elternv. Ktn. AHS/BMHS

Ing.in Evelyn Kometter
Präs. Landesv. d. Elternv. Ktn. Pflichtschulbereich

"Eltern außer Kontrolle"

Sogenannte Helikopter-Eltern bereiten Kärntner Lehrern oft große Probleme.

Bericht der Kleinen Zeitung vom 15. März 2015

"Das Handy ist doch nicht lebensnotwendig"

Bericht der Kleinen Zeitung vom 10. März 2015

November 2014
"Industrie will komplett neue Schule"

Stellungnahme von Gertrud Kalles-Walter / Präsidentin AHS/BHS Bereich

Revolution anstatt Reform, ein begrüßenswerter Gedanke. Eine Revolution in unserem Schulsystem wäre durchaus sinnvoll. Aber ob die aus einer Mischung einer Gesamt- und verschränkter Ganztagsschule besteht, ist zu bezweifeln. Persönlich könnte ich diesem Vorschlag erst dann etwas abgewinnen, wenn es eine ausreichende Evaluierung anhand einer Versuchsregion gibt. Eine Frage drängt sich aber dabei jetzt schon auf: Werden auch die Kinder von Politikern und der Nachwuchs der gut situierten Gesellschaft diesen Schultypus besuchen? Zudem ist eine derartige Infrastruktur für eine solche Form der Schule kaum vorhanden und die Kosten für eine Umstrukturierung sind momentan nicht greifbar. Hier ist es im Grunde wünschenswert, wenn die Milliarden für den Bildungsbereich auch so rasch verfügbar wären, wie für die Rettung diverser Banken. 

Juli 2014 "Eltern, engagiert euch!

Stellungnahme von Gertrud Kalles-Walter / Präsidentin AHS/BHS Bereich über die Ausbaufähigkeit von Angeboten für Ferienbetreuung.

Sommer, Sonne und Ferien. Die schönste Zeit für unsere Kinder hat mit dem letzten Klingeln der Schulglocke wieder begonnen. Auch der Großteil der Eltern liebt den Urlaub in den sonnigen Monaten. Es steht außer Frage, Zeit für Erholung und Auftanken der eigenen Kräfte haben sich alle verdient. Erlaubt es die Brieftasche, stehen andere Kulturen und Länder auf dem Reiseplan. Die eine oder andere Sportart wartet ebenfalls auf ein Gemeinsames ausprobiert werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch gerade die Zeit ist es, die Sommermonate für die Eltern zu einem anspruchsvollen Unterfangen macht. Viele haben nur fünf Wochen Urlaub im Jahr, hinzu kommen veränderte Familienstrukturen mit etlichen Alleinerziehern und wenigen Großfamilien. Vor allem mit schulpflichtigen Kindern bedeutet dies immer wieder eine große Herausforderung.
Aktivitäten mit Betreuung werden zwar angeboten, kostenlose Veranstaltungen stellen aber nach wie vor die Minderheit dar. Die Sommerakademie in den letzten zwei Ferienwochen für SchülerInnen der Hauptschulen bzw. neuen Mittelschule ist an dieser Stelle eine begrüßenswerte Aktion. Für andere Schultypen wie Volksschule oder AHS Unterstufe wäre Derartiges ebenfalls sinnvoll. Dazu müssten sich die Schulen jedoch mehr öffnen. Gebäude sind vorhanden und sollten als solche mehr genutzt werden. Nicht nur für Förderkurse und Auffrischen des Lernstoffes, sondern auch als Stätte, in der die Schüler ihre Begabungen und Talente erkunden und vertiefen können. Sportliche und musikalische Aktivitäten dürfen hier ebenso nicht zu kurz kommen. Dem Aufschrei des Unfinanzierbaren stelle ich die Wichtigkeit unserer Jugend gegenüber. Zu bedenken ist, dass die Verunsicherung nach wie vor groß ist, was denn das Richtige für den Nachwuchs ist. Sinnvolle Beschäftigung bedeutet hier nicht nur eine wertvolle Hilfe für die Eltern, sondern auch eine Reduzierung ihrer Sorgen.
Wir Eltern sind immer noch die Hauptverantwortlichen für das Gedeihen mitsamt einer guten Erziehung unserer Kinder. Aus diesem Grund ist es so wichtig, der gemeinsamen Ferienzeit die ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Wir sind gefordert, uns nicht von dem Sog der Konsumwelt, dem intensiven Erlebnisdruck vereinnahmen zu lassen. Zuwendung und Vertrautheit sind das wichtigste Gut, das nur wir unseren Kindern bieten können. Daher lege ich allen Eltern ans Herz, sich in den Elternvereinen zu engagieren und sich mit Zivilcourage für die Schaffung von Rahmenbedingungen in der Gesellschaft und bei den Entscheidungsträgern einzusetzen. Die Begleitung unseres Nachwuchses bis ins junge Erwachsenenalter sollte uns das wert sein.

November 2013
"Herabwürdigung der Lehrer"

Stellungnahme von Gertrud Kalles-Walter / Präsidentin AHS/BHS Bereich 
Für Wahlmöglichkeit

Zum Thema Lehrerdienstrecht: Meiner Auffassung nach werden zukünftige Lehrer/innen laut dem Entwurf weder schlechter ausgebildet, noch müssen sie alles unterrichten können. Ein Masterabschluss ist Grundvoraussetzung und etwaige Erweiterungen der unterrichteten Gegenstände dürfen nur aufgrund von wichtigen dienstlichen Gründen erfolgen. Was die Zweiklassen-Schule betrifft, sind bereits heute deutliche Tendenzen in manchen Bundesländern erkennbar. Wir laufen Gefahr, dass dies weiter um sich greifen wird. Es ist leider eine Illusion zu glauben, das mit der vielfach bejubelten Einführung der Gesamtschule die tatsächlichen Probleme gelöst werden. Dazu bedarf es mehr Mut und durchdachte Akzente, die in die Tiefe gehen. Vielfalt und Wahlmöglichkeit dürfen nicht auf der Stricke bleiben.

Wir Eltern fordern daher auch in Zukunft eine vielfältige Wahlmöglichkeit, damit das Schulsystem den individuellen Anforderungen unserer Kinder gerecht wird.

September 2013
"Schule braucht auch Eltern"

Leserin fordert Schulsozialarbeiter an jeder Schule und Bereitschaft der Eltern zur Mitarbeit. Auch ich bin der Meinung, dass ohne Unterstützung von Elternseite Schule nicht gelingen kann. Als Elternvertreterin ist es mir bewusst, dass Eltern den Großteil der Erziehung übernehmen müssen. Es ist nun einmal notwendig, dass die wichtigsten Regeln und Werte im zwischenmenschlichen Umgang vom Elternhaus mitgegeben werden müssen. Allerdings haben sich die Zeiten und die Familienstrukturen geändert. Deshalb sehe ich dringenden Handlungsbedarf darin, alle Schulpartner an jedem Schulstandort durch Schulsozialarbeiter/innen/Coaches zu unterstützen. Eine verpflichtende Wochenstunde ,,Soziales Lernen'', in der vom Umgang miteinander bis zum kritischen Umgang mit Neuen Medien gelehrt wird, wäre ebenso sinnvoll. Um aber Schule als einen Ort zu gestalten, in dem unsere Kinder wertschätzend und bestmöglich auf das Leben vorbereitet werden und sich wohlfühlen, ist die Zusammenarbeit der Schulpartner unablässig. Deshalb ist es wichtig, das sich viele engagierte Eltern bereit erklären, in den Elternvereinen mit zuarbeiten, somit ihre Verbesserungsvorschläge und Ideen einbringen, um so gemeinsam ein positives Schulklima zu schaffen.

Positionen

Der Landesverband ist Sprachrohr der Eltern und nimmt zu Themen Stellung.

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